Auf dem Dach der Sekundarschule Unteres Furttal wird eine Solaranlage entstehen. Gemäss der Idee «Keine Solaranlage ohne Bildung» macht das begleitende Bildungs-, Gemeinde- und Energiewendeprojekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» (JZZ) erneuerbare Energien für die Schülerinnen und Schüler erlebbar. Am 29. September startete die Schule mit einem Klimaworkshop ins Projekt. Das Motto: «SekUF – solar druf».

«Es ist grossartig zu wissen, dass der Strom für unsere Computer, das Licht oder auch die Musik schon bald vom eigenen Dach kommen wird», sagt Jacqueline Hodel, Schulleiterin der Sekundarschule Unteres Furttal. «Wir freuen uns riesig, dass wir in diesem Schuljahr nebst einem spannenden Bildungsproramm dank einer neuen Solaranlage nun auch unseren eigenen, ökologischen Strom produzieren.»

«Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule» verbindet den Bau einer Solaranlage auf dem Schulhausdach mit erlebnisorientierter Bildung für die Schülerinnen und Schüler und einer lokalen Kampagne für die ganze Gemeinde. Das Projekt macht so die Themen Energie, Klima und Umweltschutz für die Schülerinnen und Schüler fassbar. Die Jugendlichen werden unter anderem bei einem Baustellentag mithelfen, die Solaranlage zu montieren. So können sie selbst erfahren, woher die Sonnenenergie kommt und wie sie genutzt werden kann.

Erlebnisorientiertes Lernen

Mit einem Klimaworkshop sind die Jugendlichen am 29. September ins Projekt gestartet. Sie lernten bei einem Postenlauf auf spielerische Art den Treibhauseffekt kennen sowie seine Folgen für das Klima und die Menschen. Dario (12), Fabio (13) und Joshua (12) hatten viel Spass beim Workshop. «Die Stimmung ist super!», sagte Joshua. Beim Postenlauf war Körpereinsatz gefragt und Kampfgeist, denn die verschiedenen Gruppen traten gegeneinander an. Dabei erfuhren die Jugendlichen auch, was sie selbst im Alltag fürs Klima tun können. «Ich habe viel gelernt heute», meinte Fabio. «Zum Beispiel, dass ich weniger Fleisch essen sollte und Kleider auch mal im Secondhand-Laden kaufen. Und man sollte nur das kaufen, was man braucht und kein Essen wegwerfen. Die Fleischproduktion für einen Burger benötigt gleich viel Wasser, wie ein Haus mit Garten. Das wusste ich nicht, und das ist schon sehr eindrücklich.»

In einer zusätzlichen Unterrichtseinheit lernten die Schüler verschiedene Formen der Energiegewinnung kennen und wie mit einer Solaranlage Sonnenstrahlen in Strom umgewandelt werden. Ergänzt wurde der Aktionstag mit einem Film zum Thema Wasser und Plastik. Lehrer Daniel Weidmann unterrichtet normalerweise Mathematik, Natur und Technik. Er findet es wichtig, dass die Jugendlichen etwas lernen, was sie selbst betrifft: «Nachhaltigkeit ist wichtig, aber für viele Schüler ist Stromsparen kein Thema. Und über ihren Fleischkonsum haben sie sich noch nicht viele Gedanken gemacht, weil zu Hause nicht darauf geachtet wird. Es geht vor allem darum, einen Impuls zu geben und Gedanken anzustossen.» Auch die Solaranlage, die auf dem Schulhausdach gebaut wird, sei für viele Schüler weit weg. Mit «Jede Zelle zählt» gibt es immer wieder Aktionstage und Inputs zu den Themen Energie und Klima, die im normalen Schulalltag sonst keinen Platz finden würden. Die Solaranlage wird erlebbar gemacht, indem die Schüler bei einem Baustellentag mithelfen können, die Anlage zu montieren.

Nach dem Klimaworkshop gab es zur Stärkung Glacé aus einem solarbetriebenen Kühlwagen – denn die Energie der Sonne kann auch zur Kühlung verwendet werden. Doch nicht nur das Glacé sorgte für Begeisterung. Fabio hatte sich richtig auf den Aktionstag gefreut: «Ich finde das sehr cool, dass wir bei diesem Projekt mitmachen. Das ist einmal etwas anderes.» Die Jugendlichen waren mit viel Energie, Motivation und Interesse dabei. «Das Spiel zum Thema Ernährung hat mir auch viel Spass gemacht», erklärte Fabio. «Wir konnten klimafreundliche Menus zusammenstellen. Ich werde in Zukunft schauen, dass ich nur so viel schöpfe, wie ich auch essen kann. Denn wir sollten kein Essen wegwerfen.»

Ein Gemeinschaftsprojekt

«Jede Zelle zählt» erzielt Wirkung über die Schulgrenzen hinaus, indem es als Gemeinschaftsprojekt das Schulumfeld, die Bevölkerung, lokale Vereine und das Gewerbe in das Projekt einbezieht. Es geht darum, möglichst viele Menschen für den Klimawandel und erneuerbare Energien zu sensibilisieren. Mit dem Kauf einer symbolischen Solarzelle werden sie ein Teil des Projektes und es entsteht ein virtuelles Solardach, das zeigt, was gemeinsam möglich ist. Wer nachhaltigen Klimaschutz in seiner Gemeinde unterstützen möchte, kann unter jzz.ch/unteresfurttal symbolische Solarzellen für 40.- Franken kaufen. Den Schülern werden so weitere Aktionstage, Projektwochen und Exkursionen zu den Themen Klima, Energie und Umwelt ermöglicht.

Solarenergie macht Schule

Was 2012 als Pilotprojekt in Winterthur begonnen hat, entwickelt sich zu einer nationalen Kampagne. Aktuell laufen im Kanton Zürich weitere JZZ-Projekte in Marthalen, Andelfingen, Ossingen, Eglisau und Dietlikon. Schweizweit sind es bereits 15 Schulen, die sich mit «Jede Zelle zählt» für erneuerbare Energien und Klimaschutz einsetzen.

 

Medienmitteilung zum Herunterladen:
290917_Medienmitteilung_JZZ_SekUF

 

Bilder (Anklicken zum Herunterladen):

Viele Jugendliche wussten bereits, was es mit dem Treibhauseffekt auf sich hat.

Viele Jugendliche wussten bereits, was es mit dem Treibhauseffekt auf sich hat.

Die SekUF verschliesst die Augen nicht vor dem Klimawandel. Bei einem Aktionstag lernten die Jugendlichen, was sie selbst machen können, um den Klimawandel zu stoppen.

Die SekUF verschliesst die Augen nicht vor dem Klimawandel. Bei einem spielerischen Aktionstag lernten die Jugendlichen, was sie selbst machen können, um den Klimawandel zu stoppen.

Beim Leiterlispiel lernten die Schülerinnen und Schüler, wie ihr eigenes Verhalten das Klima beeinflusst.

Beim Leiterlispiel lernten die Schülerinnen und Schüler, wie ihr eigenes Verhalten das Klima beeinflusst.

Dario (12), Fabio (13) und Joshua (12) hatten Spass beim Workshop.

Dario (12), Fabio (13) und Joshua (12) hatten Spass beim Workshop.

Beim Spiel "Jäger und Sammler" stellten die Schüler klimafreundliche Menus zusammen.

Beim Spiel „Jäger und Sammler“ stellten die Schüler klimafreundliche Menus zusammen.

Auf spielerische Art lernten die Schüler, wie ihre Ernährung das Klima beeinflusst.

Auf spielerische Art lernten die Schüler, wie ihre Ernährung das Klima beeinflusst.

Die Schüler lernten verschiedene Formen der Energiegewinnung kennen.

Die Schüler lernten verschiedene Formen der Energiegewinnung kennen.

Voller Körpereinsatz bei der Klimastafette.

Voller Körpereinsatz bei der Klimastafette.

Auch zu den Auswirkungen des Klimawandels gab es einen Posten.

Auch die Auswirkungen des Klimawandels wurden in einem Spiel thematisiert.