Auf dem Dach der Sekundarschule Orenberg in Ossingen-Truttikon entsteht im kommenden Sommer eine Solaranlage. Mit einem Black Out Day, einem Tag ohne Strom, sind die Schüler am 12. Januar 2017 in das Energiebildungsprojekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» gestartet. So werden sie auf erlebnisorientierte Art für den Umgang mit Ressourcen und ihren ökologischen Fussabdruck sensibilisiert. Weitere Aktionen folgen im Laufe des Projektjahrs.

«Was ist denn hier los? Ist die Schule heute geschlossen?» Als die Schüler am Donnerstagmorgen in der Sekundarschule Orenberg eintreffen, herrscht zuerst Verwirrung. Denn statt elektrischem Licht, das sonst die Schule erhellt, erwarten sie flackernde Finnenkerzen. «Wieso kommt denn keiner rein?», wundern sich sobald die Lehrer. Da kein Gong ertönt, der den Unterrichtsstart ankündigt, müssen die Schüler draussen abgeholt werden. Dann die Erklärung: Nicht der Unterricht, sondern der Strom fällt heute aus. Auch Kopierer, Kaffeemaschine und Computer funktionieren nicht – was die Lehrpersonen zum Umdenken zwingt. Die Lektionen finden ausnahmsweise im Dunkeln statt, die Räume sind nur sanft mit Kerzen beleuchtet. Passend zum Thema Energie haben sich die Lehrpersonen etwas einfallen lassen: So gibt es z. B. verschiedene Gruppenarbeiten zu Themen wie Food Waste oder Aluminium. Die Schüler finden es spannend und eigentlich «gar nicht so anders als sonst».

Startschuss zu Bildungsprojekt

Kurz vor Mittag wird das Geheimnis gelüftet: Der Tag ohne Strom ist der Startschuss in ein einjähriges Bildungsprojekt zu den Themen Energie, Klimawandel und Nachhaltigkeit. Dafür arbeitet die Schule mit dem Solarbildungsprojekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» (JZZ) der Klimaschutzorganisation myblueplanet zusammen. Diese unterstützt die Lehrpersonen, liefert Ideen und Inputs für einen erlebnisorientierten Unterricht und vernetzt alle Beteiligten. Andy Salzmann freut sich: «Wir hatten schon länger den Wunsch, eine Solaranlage auf dem Schulhausdach zu bauen. Dieses Projekt ist die perfekte Gelegenheit, unseren eigenen Öko-Strom mit einem Bildungsprojekt zu verbinden.» Geplant sind bereits weitere Aktionen wie z. B. im April eine Tauschbörse zum Thema nachhaltiger Konsum, sowie nach den Sommerferien ein Baustellentag, an dem die Schüler beim Bau der Solaranlage mithelfen können.

Symbolische Solarzellen spenden und Bildung fördern

Unter jzz.ch/ossingen kann jeder, der das Projekt unterstützen möchte, symbolische Solarzellen spenden. Der Erlös fliesst ins Bildungsprojekt und ermöglicht den Jugendlichen einen erlebnisorientierten Zugang zu den Themen Energie und Klimawandel.

Unterstützt wird das Solarprojekt durch den Rotary Club Winterthur Mörsburg. Präsident Bruno A. Wyss ist begeistert: «Das ist eine gute Sache! Mit diesem Projekt können wir das abstrakte Thema Energie für die Jugend erlebbar machen.» Der Rotary Club hat bereits 250 Solarzellen gespendet mit dem Versprechen, weitere bis im Sommer gespendete Zellen zu verdoppeln. Eine grosse Motivation für die Schüler, möglichst viele Sponsoren zu finden.

 

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Beleuchtung ohne Strom: Finnenkerzen statt elektrisches Licht.

Beleuchtung ohne Strom: Finnenkerzen statt elektrischem Licht.

 

Die Schülerinnen und Schüler erwartet eine spezielle Stimmung.

Die Schüler erwartet eine spezielle Stimmung.

 

Unterricht im Dunkeln: Die Schülerinnen und Schüler lernen Spannendes über nachhaltigen Konsum.

Unterricht im Dunkeln: Die Schüler lernen viel Spannendes über nachhaltigen Konsum.

 

Der Unterricht fand für einmal im Kerzenlicht statt.

Der Unterricht fand für einmal im Kerzenlicht statt.

Bilder: Manuel Scherrer (JZZ)

 

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