Einen Tag Schule ohne Strom. Am 27. November stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Grenchen dieser Herausforderung.  Durch das begleitende Bildungsprogramm und den Verkauf von symbolischen Solarzellen werden die Schüler sowie ihr Umfeld für den Klimaschutz und ihren Umgang mit Ressourcen sensibilisiert.

„Wenigstens sehe ich noch, wo ich hingehe.“ So erlebt der 13-jährige Jeremy, wie auch viele andere Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Grenchen, den Blackout Day. An diesem Tag heisst es nicht nur Lichter löschen und Stecker rausziehen, sondern der ganze Unterricht findet ohne Strom statt. Es gibt keinen Pausengong, keine Infomatikkurse, der Hellraumprojektor fällt aus und statt Lampen brennen Kerzen.

IMG_0220_Unterricht in Dämmerung_Klasse 2a

Nichts geht mehr

Im Unterricht der Klasse e1a wird schnell klar: Heutzutage läuft fast alles mit Strom. So stünde bei einem schweizweiten Blackout die Arbeitswelt still. Keine Bestellungen könnten mehr gemacht und keine Daten mehr verarbeitet werden. Einzig unsere Handys oder andere Geräte die mit Akkus betrieben werden, hätten noch Strom, zumindest für einige Stunden. Aber was nützt ein Handy, wenn kein Strom mehr da ist um das Netz aufrechtzuerhalten?

Aber nicht nur die Arbeitswelt ist eingeschränkt. Der 14-jährige Adrian stellt fest, dass der Blackout Day zwar für einen Tag eine lustige Abwechslung ist, aber über längere Zeit die Schule mühsam würde. Nicht einmal mehr die elektronischen Wandtafeln funktionieren.

DSC_0875_Schulleiter Rolf GlausDen Strom hinterfragen

Am Blackout Day erleben die Schülerinnen und Schüler hautnah, wo überall Strom fliesst und was passiert, wenn dieser mal ausfällt. In den Schulklassen werden auch verschieden Stromquellen und Technologien besprochen. So könnten etwa Solarzellen tagsüber das Schulhaus mit Strom versorgen, ohne vom Stromnetz der Schweiz anhängig zu sein. Ein weiterer Vorteil der Sonnenenergie ist, dass die Solarzellen nicht viel Platz benötigen und sie relativ einfach zu montieren sind. Aber nicht nur die Herstellung des Strom wird kritisch diskutiert, auch der Stromverbrauch wird zum Thema. So gibt es viele Möglichkeiten Strom zu sparen, etwa indem man das Licht beim verlassen der Zimmer ausschaltet, man beim Kochen den Topf mit einem Deckel verschliesst oder indem man den Computer weniger benutzt.

 

Mitmachen und Solarzellen kaufen

Unter www.jzz.ch/grenchen kann jeder Teil des Projektes werden und symbolische Solarzellen kaufen. Eine Zelle kostet 40.- Franken. So leisten auch die Eltern der Schülerinnen und Schüler sowie die Bevölkerung der Gemeinde Grenchen einen Beitrag zum Klimaschutz und werden Teil der Kampagne «Jede Zelle zählt».