Wofür brauchen wir eigentlich täglich Strom? Und wie kommt die Energie in die Steckdose? Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Unteres Furttal haben am 29. November selbst erfahren, was es bedeutet, wenn der Strom ausfällt. Denn die Schule veranstaltete einen Black Out Day, einen Tag ohne Strom.

«Was ist los? Stromausfall?» Verwirrte Schüler stehen vor den Türen der Sekundarschule Unteres Furttal. Es ist sieben Uhr morgens Ende November, nasskalt und vor allem – dunkel. Noelle (14) fragt sich, ob der Stromausfall geplant ist, oder ob es sich tatsächlich um einen Ernstfall handelt. Noah (auch 14) hofft, dass die Schule ausfällt. Und jemand witzelt, ob die Schule so knapp bei Kasse sei, dass drastische Massnahmen zum Stromsparen ergriffen wurden.

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Der Unterricht findet statt – aber ohne Strom. «Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben», erklärt Lehrer Daniel Schärer. Konkret bedeutet das: Mathe im Dunkeln. Ein wenig Licht spenden Rechardkerzen, Handys und das eine oder andere Velolicht. «Es ist komisch ohne Licht. Ich muss mich viel stärker konzentrieren», sagt Noelle. «Und mir ist bewusstgeworden, dass ohne Strom eigentlich gar nichts geht. Weder das Licht noch die Heizung funktionieren und auch die Rollläden bleiben unten.»

Auch für Daniel Schärer ist es eine spannende Erfahrung, ohne Strom zu unterrichten: «Die Schüler haben sehr gut reagiert und sind innovativ. Mir persönlich fehlen vor allem der Computer und der Beamer – und natürlich die Kaffeemaschine!» Ganz so spektakulär finden es nicht alle Schüler. So meint Noah: «Eigentlich ist es gar nicht so anders wie sonst. Wir mussten ein Diktat schreiben, aber mit Kerzenlicht der Weihnachtsdeko ging das ganz gut. Also ganz normal Schule – einfach ohne Strom. Ich werde einfach nicht wach, wenn es so dunkel ist. Aber wenn der Strom jetzt langfristig ausfallen würde, wäre das sicher ein Problem.»

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Erlebnisorientiertes Lernen

Und weshalb der ganze Spuk? «Der Black Out Day soll zum Diskutieren, zum Nachdenken anregen», erklärt Philipp Arnold, Projektleiter von «Jede Zelle zählt». Im September ist die Sekundarschule Unteres Furttal in das Gemeinde-, Bildungs- und Energiewendeprojekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» (kurz: JZZ) gestartet. JZZ macht die Themen Energie und Klima für die Schülerinnen und Schüler erlebbar – zum Beispiel mit Aktionstagen wie dem Black Out Day. «Der Tag macht bewusst, wofür wir alles Strom benötigen. Die Schülerinnen und Schüler lernen im Laufe des Projektes, was es für Formen der Energiegewinnung gibt und wie speziell die Kraft der Sonne zur Stromgewinnung genutzt werden kann.» Denn auf dem Dach neuen Doppelsporthalle wird im Rahmen von JZZ eine Solaranlage entstehen, wobei die Jugendlichen beim Bau mithelfen werden.

Energiebildung lokal fördern

«Jede Zelle zählt» erzielt Wirkung über die Schulgrenzen hinaus. Mit dem Kauf von symbolischen Solarzellen für 40.- Franken ermöglichen die Bevölkerung, lokales Gewerbe und Vereine den Schülern Aktionstage, Projektwochen und Exkursionen zu den Themen Klima, Energie und Umwelt.

 

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Hier geht’s zum Bildungsinput «Black Out Day».