Gemeinsam für die nächste Generation: Mit «Jede Zelle zählt» startete am 5. September in Marthalen ein Projekt, das die ganze Gemeinde für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen begeistert. Mit dem Kauf von symbolischen Solarzellen ermöglicht die Gemeindebevölkerung erlebnisorientierte Bildung zu Klima und Energie an der Sekundarschule Kreis Marthalen (SKM). Das Jahresmotto der Schule: «SKM – Sonne kann mehr». Eine Solaranlage dient als Praxisbeispiel.

Mit einem Klimaworkshop sind die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Kreis Marthalen am 5. September 2017 ins Projekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule» (JZZ) gestartet. Sie lernten bei einem Postenlauf auf spielerische Art den Treibhauseffekt kennen sowie seine Folgen für das Klima und die Menschen. Lukas, Nils und Sebastian (alle 13) fanden es cool, dass sie einmal ein anderes Nachmittagsprogramm hatten. Etwas gelernt haben sie dabei auch noch. «Wie der Treibhauseffekt funktioniert, wusste ich vorher nicht», erzählte Sebastian. Jetzt kennt er die Zusammenhänge zwischen CO2-Ausstoss und Klimaerwärmung. Beim Postenlauf war Körpereinsatz gefragt und Kampfgeist, denn die verschiedenen Gruppen traten gegeneinander an. Dabei erfuhren die Jugendlichen auch, was sie selbst im Alltag fürs Klima tun können. «Vielleicht esse ich ein bisschen weniger Fleisch, jetzt wo ich weiss, was es für einen Einfluss auf das Klima hat», meinte Nils. Dass der Klimawandel auch uns in der Schweiz betrifft, und nicht nur Menschen in weit entfernten Ländern, waren sich alle einig. Die Kernaussage des Workshops: Alle können ihren Teil dazu beitragen, den Klimawandel zu stoppen. Zur Stärkung nach dem Workshop gab es Glacé aus dem Solarwagen – denn die Energie der Sonne kann auch zur Kühlung verwendet werden.

Erlebnisorientiertes Lernen

«Durch das Projekt «Jede Zelle zählt» wird der Schule ein breites Bildungsangebot zu einem aktuellen und erst noch gesellschaftlich relevanten Thema eröffnet», sagte Gianni Dauru, Lehrer an der SKM. «Spannend ist, dass die Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema sich nicht auf Lehrer-Input und Informationsgewinnung aus Lehrmitteln oder Internet beschränkt, sondern konkret erlebbar gemacht wird. Zum Beispiel dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler beim Bau der Solaranlage mitanpacken können.» Das Jahresmotto der Sekundarschule Kreis Marthalen ist «SKM – Sonne kann mehr». Dieses soll sich nicht nur auf Energie- und Klimafragen beschränken, sondern auch die erwünschte Zusammenarbeit an der Schule widerspiegeln: gemeinsam mit viel gewonnener Power grosse Leistungen vollbringen.

Keine Solaranlage ohne Bildung

Ein Ziel von «Jede Zelle zählt» ist es, erneuerbare Energien für die Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen – daher gibt es keine Solaranlage ohne Bildung. Die Jugendlichen sollen selbst erfahren, woher die Energie kommt und wie sie genutzt werden kann. Bei einem Baustellentag werden sie mithelfen können, die Anlage zu bauen.

Genosol Martella, die lokale Genossenschaft zur Förderung von erneuerbaren Energiesystemen, wird die Anlage planen und bauen. «Energiewissen ist spannender Stoff und mit dem gemeinsamen Tun übernimmt unsere Jugend Verantwortung für ihre Energiezukunft. Wir unterstützen das Projekt der Schüler mit Rat und Tat», sagt H.U. Vollenweider, Präsident von Genosol Martella. Wie gross die neue Anlage wird, ist noch nicht abschliessend geklärt, da das Dach der Sekundarschule Kreis Marthalen aktuell bereits für Solarenergie genutzt wird. Zurzeit wird eine 30 kWp-Anlage auf dem Anbau der neuen Turnhalle diskutiert.

Ein Gemeinschaftsprojekt

«Die Sensibilisierung der Jugend in Energiefragen ist ein gesellschaftspolitischer Auftrag», sagt Barbara Nägeli, Präsidentin des Gemeinderats in Marthalen. Deshalb ziehen für «Jede Zelle zählt» alle gemeinsam am Strick. Damit das Projekt durchgeführt werden kann, ist die Unterstützung der Gemeindebevölkerung nötig.

Mit dem Kauf einer symbolischen Solarzelle für 40.- Franken werden den Schülern Aktionstage, Projektwochen und Exkursionen zu den Themen Klima, Energie und Umwelt ermöglicht. Unter jzz.ch/marthalen entsteht ein virtuelles Solardach, das zeigt, was gemeinsam alles möglich ist. «Die SKM geht erneuerbare Wege. Wir wollen Energie-Potenziale optimal nutzen, um miteinander einiges in Bewegung zu setzen», erklärt Ida Kaissl, Schulleiterin der Sekundarschule Kreis Marthalen. Klimaschutz geht alle etwas an, so die Botschaft der Schule. «Mit der Möglichkeit, symbolische Solarzellen zu kaufen, kann die Bevölkerung den Klimaschutz aktiv und konkret unterstützen – und zwar vor Ort», so Lehrer Gianni Dauru. «Wir hoffen natürlich, dass alle mitmachen.»

Medienmitteilung zum Herunterladen:

050917_Medienmitteilung_JZZ_Marthalen

 

Bilder:

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Das Jahresmotto der Sekundarschule Kreis Marthalen: SKM – Sonne kann mehr.

 

Posten "Treibhauseffekt": Die Schüler lernen die Zusammenhänge zwischen CO2 und Klimaerwärmung kennen.

Posten „Treibhauseffekt“: Die Schüler lernen die Zusammenhänge zwischen CO2 und Klimaerwärmung kennen.

 

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Voller Körpereinsatz beim Posten „Treibhauseffekt“.

 

Beim Leiterlispiel lernten die Schüler, was sie selbst zum Klimaschutz beitragen können.

Beim Leiterlispiel lernten die Schüler, was sie selbst zum Klimaschutz beitragen können.

 

Lukas, Nils und Sebastian (v.l.n.r.) hatten Spass beim Klimaworkshop.

Lukas, Nils und Sebastian (v.l.n.r.) hatten Spass beim Klimaworkshop.

 

Posten "Leiterlispiel".

Posten „Leiterlispiel“.

 

Posten "Jänger und Sammler".

Posten „Jäger und Sammler“.

 

Beim Posten "Jäger und Sammler" stellten die Schüler ein klimafreundliches Menu zusammen und lernten, wie unsere Ernährung den Klimawandel beeinflusst.

Beim Posten „Jäger und Sammler“ stellten die Schüler ein klimafreundliches Menu zusammen und lernten, wie unsere Ernährung den Klimawandel beeinflusst.

 

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Beim Flaschenspiel lernten die Schüler, wie der Klimawandel Menschen auf der ganzen Welt betrifft.

 

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Die bestehende Solaranlage auf dem Dach der SKM. im Rahmen von „Jede Zelle zählt“ wird eine weitere Anlage realisiert, wobei die Schüler beim Bau mithelfen werden.