Gemeinsam für die nächste Generation: Mit «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» startete am 15. September in Grenchen ein Projekt, das die ganze Gemeinde für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen begeistert. Der Verkauf von symbolischen Solarzellen ermöglicht erlebnisorientierte Bildung zu Klima und Energie an der Sekundarschule. Eine Solaranlage auf dem Dach der Doppelturnhalle dient als Praxisbeispiel für erneuerbare Energien.

«Gerade in der Technologie- und Energiestadt Grenchen soll die Jugend bei Fragen unserer Zukunft aktiv mitwirken können. Bei den überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden, die unsere Region geniesst, ist Solartechnik besonders geeignet», sagte François Scheidegger, Stadtpräsident von Grenchen. Das Gemeinde-, Bildungs- und Energiewendeprojekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule» (kurz: JZZ) macht die Themen Energie und Klima für die Schülerinnen und Schüler erlebbar – daher gibt es die Solaranlage nur mit Bildung. Die Jugendlichen sollen selbst erfahren, woher die Energie kommt und wie sie genutzt werden kann. Bei einem Baustellentag werden sie mithelfen können, die Anlage auf dem Dach der Doppelturnhalle zu montieren.

«Klimaschutz sowie der sorgfältige Umgang mit Ressourcen und Energie sind heute extrem wichtig», sagte Rolf Glaus, Schulleiter der Sekundarschule. «Wenn wir hören, was alles passiert auf der Welt, dann betrifft das besonders auch die Jugendlichen. Ich denke, wir können mit diesem Projekt einen Beitrag für die Zukunft leisten.» Lehrer Marcel Barbey ist engagiert: «Ich finde es eine gute Sache, dass wir die Schülerinnen und Schüler informieren über aktuelle Probleme mit Klima und Energie. Aber auch, dass wir aufzeigen, was es bereits für Lösungen gibt. Wenn wir jetzt nicht handeln, dann es ist es zu spät.»

Gemeinsam für die nächste Generation

Schulleiter Rolf Glaus ist sich sicher, dass «Jede Zelle zählt» auch für die Bevölkerung der Stadt Grenchen von Bedeutung ist: «Wir versuchen, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass wir sorgfältig mit Energie umgehen müssen und erneuerbare Energie nutzen sollen.» Für «Jede Zelle zählt» ziehen alle gemeinsam am gleichen Strick. Denn die Unterstützung der Bevölkerung, von lokalem Gewerbe und Vereinen ist gefragt. Mit dem Kauf von symbolischen Solarzellen für 40.- Franken unter jzz.ch/grenchen ermöglichen diese den Schülern in den kommenden Jahren Aktionstage, Projektwochen und Exkursionen zu den Themen Klima, Energie und Umwelt. Stadtpräsident François Scheidegger gratulierte den Schülerinnen und Schülern zum Projektstart und sicherte ihnen die Unterstützung der Stadt Grenchen zu: «Solarenergie hat viele Vorteile, ist unerschöpflich, ökologisch und steht allen gratis zur Verfügung. Die Kunst besteht darin, die Sonnenenergie umzuwandeln in Wärme oder Strom. Dabei wollen wir euch unterstützen.»

Top, die Wette gilt!

«Wenn ihr es bis im Sommer 2018 schafft, 710 symbolische Solarzellen zu verkaufen, dann spendiere ich euch allen ein Znüni», versprach Stadtpräsident François Scheidegger den 406 Schülerinnen und Schülern und erntete dafür tosenden Applaus. Wenn die Schüler die Wette verlieren, verpflichten sie sich zu einem gemeinnützigen Aktionstag für die Stadt Grenchen. Als Zeichen für ihre Unterstützung hat die Stadt die ersten zehn Zellen gekauft. Die SWG, welche sich um den Bau der Solaranlage kümmern wird, zog gleich nach und unterstützt die Schüler ebenfalls mit dem Kauf von zehn symbolischen Solarzellen.

Erneuerbare Energien fördern

«Wir freuen uns, Teil dieses Projektes zu sein», sagte Per Just, Geschäftsleiter der SWG.  «Die Sonne ist ein wichtiger Bestandteil für den Weg zu einer sicheren, einheimischen und erneuerbaren Energieversorgung. Es ist notwendig, dass wir auf neue Art und Weise Strom produzieren. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 haben wir beschlossen, Energie zu sparen und die erneuerbaren Energien auszubauen. Dies betrifft vor allem die Solarenergie, die in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird.» Die SWG sponsert nicht nur die Lernmodule von Linie-e, sie wird auch die Solaranlage auf dem Dach der Doppelturnhalle bauen. «Wir sensibilisieren die Schülerinnen und Schüler dafür, wie Energie entsteht. Die Energie, die aus der Steckdose kommt, wird auf dem Dach produziert. Mit diesem fortschrittlichen Projekt können wir gemeinsam etwas Neues entstehen lassen.»

Lernen fürs Leben

Mit Workshops von «Jede Zelle zählt» und Linie-e starteten die Schülerinnen und Schüler ins Projekt. Wir haben alle ständig mit Energie zu tun im Alltag. Ob wir etwas essen, in einem geheizten Raum sitzen oder den Lichtschalter drücken», sagte Nicole Breu von Linie-e. Deshalb lernten die Jugendlichen bei einem Solarworkshop, wie die Energie der Sonne genutzt werden kann: «Die Schüler sollen das nicht nur theoretisch verstehen, sondern praktisch erfahren. Deshalb basteln wir mit ihnen ein kleines Flugzeug, das mit Solarenergie betrieben wird.» Das hat auch Adrian (14) viel Spass gemacht: «Ich finde es gut, dass wir über diese Themen sprechen. Dass wir die Umwelt schonen und Dinge nicht immer gleich wegwerfen. Besonders das Basteln des Solarflugzeugs hat viel Spass gemacht.»

Bei einem Postenlauf lernten die Schüler zudem auf spielerische Art den Treibhauseffekt kennen sowie seine Folgen für das Klima und die Menschen. Gina (14) fand dies sehr spannend: «Ich habe viel gelernt, zum Beispiel über Recycling und Abfall. Besonders hat mir gefallen, dass wir viele Spiele gemacht haben und es sehr abwechslungsreich war.» Beim Postenlauf war Körpereinsatz und Kampfgeist gefragt, denn die verschiedenen Gruppen traten gegeneinander an. Dabei erfuhren die Jugendlichen auch, was sie selbst im Alltag fürs Klima tun können. «Jetzt weiss ich, dass tierische Lebensmittel nicht gut sind fürs Klima», sagte Luxsiha (14), «denn die Fleischproduktion verursacht viel CO2.» Die Kernaussage des Workshops: Alle können ihren Teil dazu beitragen, den Klimawandel zu stoppen.

Medienmitteilung zum Herunterladen:

150917_Medienmitteilung_JZZ_Grenchen

 

Bilder:

406 Schülerinnen und Schüler sind ins Solarbildungsprojekt "Jede Zelle zählt" gestartet.

406 Schülerinnen und Schüler sind ins Solarbildungsprojekt „Jede Zelle zählt“ gestartet.

Die Schülerinnen und Schüler bastelten ein kleines Flugzeug, das mit Solarenergie betrieben wird.

Die Schülerinnen und Schüler bastelten ein kleines Flugzeug, das mit Solarenergie betrieben wird.

Spielerisch lernten die Schüler, wie sich ihre Ernährung auf das Klima auswirkt.

Spielerisch lernten die Schüler, wie sich ihre Ernährung auf das Klima auswirkt.

Voller Körpereinsatz war gefragt bei der Stafette zum Thema "Treibhauseffekt".

Voller Körpereinsatz war gefragt bei der Stafette zum Thema „Treibhauseffekt“.

Beim Leiterlispiel lernten die Jugendlichen mehr über klimafreundliches Verhalten.

Beim Leiterlispiel lernten die Jugendlichen mehr über klimafreundliches Verhalten.

Gina (14) fand die Workshops abwechslungsreich und interessant.

Gina (14) fand die Workshops abwechslungsreich und interessant.

Luxsiha (14) hat gelernt, dass die Fleischproduktion viel CO2 verursacht.

Luxsiha (14) hat gelernt, dass die Fleischproduktion viel CO2 verursacht.

Adrian (14) hatte viel Spass beim Basteln des Solarflugzeugs.

Adrian (14) hatte viel Spass beim Basteln des Solarflugzeugs.

Stadtpräsident François Scheidegger unterstützt die Schüler bei "Jede Zelle zählt".

Stadtpräsident François Scheidegger unterstützt die Schüler bei „Jede Zelle zählt“.

Per Just, Geschäftsleiter der SWG, begeisterte sich für die Solarflugzeuge, die im Workshop von Linie-e gebastelt wurden.

Per Just, Geschäftsleiter der SWG, begeisterte sich für die Solarflugzeuge, die im Workshop von Linie-e gebastelt wurden.

Auf dem Dach der Doppelturnhalle wird eine Solaranlage entstehen.

Auf dem Dach der Doppelturnhalle wird eine Solaranlage entstehen.