Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Rebacker in Münsingen bauten im Rahmen des Projektes «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule» eine Solaranlage auf ihrem Schulhausdach. Erneuerbare Energien werden so für sie fassbar. Mit dem Kauf von symbolischen Solarzellen ermöglicht die Gemeindebevölkerung ein Projekt für erlebnisorientierte Bildung zu Klima und Energie.

Mit einem Black Out Day, einem Tag Schule ohne Strom, ist das Schulzentrum Rebacker anfangs Jahr in ein Projekt zu Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit gestartet: «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule» (kurz: JZZ). Den Bau der Solaranlage auf dem Dach des Schulzentrums begleitet ein Bildungsprogramm für die Schülerinnen und Schüler sowie eine Sensibilisierungskampagne für die Bevölkerung.

Keine Solaranlage ohne Bildung

Ein Ziel von «Jede Zelle zählt» ist es, erneuerbare Energien für die Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen – daher gibt es keine Solaranlage ohne Bildung. Schulleiter Willi Hermann ist begeistert: «Jugendliche wollen die Welt verbessern, etwas verändern. Die Mädchen und Jungen, die heute diese Anlage gebaut haben, werden das noch lange weitererzählen. Sie haben erlebt, was es bedeutet, eine Solaranlage zu bauen und Energie nachhaltig zu produzieren. So lernen sie auch, dass sie selbst etwas bewirken können für die Umwelt und das Klima, dass sie nicht machtlos sind.»

Iziz besucht die 7. Klasse und fand es cool, beim Anlagenbau mitzuhelfen: «Das ist einmal eine andere Art etwas zu lernen, als in der Schule zu sitzen. Etwas für die Umwelt zu tun, muss nicht langweilig sein. Ich habe heute gelernt, wie eine Solaranlage installiert wird und dass es dafür einiges an Vorbereitung braucht. Unsere Gruppe war unter anderem dafür zuständig, dass der Zeitplan eingehalten wird. Wir mussten sicherstellen, dass wir alles rechtzeitig bestellen, damit auch plangemäss gebaut werden kann und es hat geklappt.»

Auch für Werner Leu, Solarmonteur von Baumann Elektro, war es eine besondere Erfahrung und eine Herausforderung mit Schülern eine Solaranlage zu bauen: «Die Jugendlichen sind keine Fachleute und brauchen mehr Anleitung, aber sie haben das super gemacht. Zu sehen, wie die Kinder mitmachen, Freude haben am Projekt und sich dafür einsetzen, das gibt auch viel zurück. Die Schüler sind sehr engagiert, fragen, wenn sie ein Problem haben und interessieren sich dafür, wie man Lösungen finden kann.»

Ein Gemeinschaftsprojekt

 Für «Jede Zelle zählt» zieht die ganze Gemeinde am gleichen Strick. Lukas Tschirren, Fachbereichsleiter Umwelt der Gemeinde Münsingen, unterstützte die Schüler bei den Vorbereitungen: «Wir hatten viel Glück mit dem Wetter und die Jugendlichen sind seit September dabei, das Dach vorzubereiten: Sie haben gejätet, Platz gemacht für die Solaranlage und die Module, Beschwerungssteine und Alu-Teile aufs Dach geschleppt.» Vielleicht werden bald auf weiteren Schulhäusern in Münsingen Solaranlagen mit Schülern gebaut. Es gäbe zumindest noch andere Schulen mit ähnlichen Voraussetzungen, sagte Lukas Tschirren. Ein Solarfox, ein spezieller Bildschirm, wird den Stromertrag und die CO2-Einsparung der Solaranlage sichtbar machen. Dabei werden auch weitere Solaranlagen der Gemeinde miteingebunden und so eine Gesamtsicht ermöglichen.

Doch auch nach dem Bau der Solaranlage wird sich die Schule weiter engagieren. Schulleiter Willi Hermann erklärt: «Das ist ein nachhaltiges Projekt, das sich über mehrere Jahre erstreckt. Die Solaranlage ist der Teil, der am besten sichtbar ist, aber danach geht es weiter. Es wird Exkursionen und Aktionen geben und wir werden Energie und Klima im Unterricht thematisieren. Ermöglicht wird dies durch den Verkauf von symbolischen Solarzellen.» Die symbolischen Solarzellen für 40.- Franken können unter jzz.ch/muensingen gekauft werden – das Geld fliesst ins Bildungsprojekt. So unterstützt die Bevölkerung Klimaschutz aktiv und konkret – und zwar vor Ort.

«Wir haben eng mit der Gemeinde zusammengearbeitet, die den grössten Teil der Anlage finanziert hat und uns auch beim Verkauf der symbolischen Solarzellen für das Bildungsprojekt unterstützt, so dass bereits einige Zellen verkauft werden konnten», freut sich Willi Hermann. Bis jetzt wurde etwa ein Drittel der symbolischen Solarzellen verkauft. Unterstützung ist also weiterhin gefragt, damit an der Einweihung der Solaranlage am 3. November bereits ein Grossteil der Zellen verkauft sein wird und die Schule dann bald verkünden kann: Wir haben es geschafft!

Öffentliche Einweihung der Solaranlage

Die Einweihung der Solaranlage findet am 3. November im Rahmen der so genannten Vernissage statt. An diesem Anlass gewährt das Schulzentrum Rebacker den Eltern und der interessierten Öffentlichkeit Einblick in ihr Schaffen. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr mit den Einweihungen des neuen Schulhaustrakts – Lärchehuus – und der Solaranlage. Weiter besteht die Gelegenheit, Zellen zur Unterstützung des Projekts zu kaufen.

 

Medienmitteilung als PDF herunterladen: 201017_Medienmitteilung_JZZ_Muensingen

Bilder (für maximale Grösse bitte anklicken):

Die Schülerinnen und Schüler haben die Solarpanel selbst montiert.

Die Schülerinnen und Schüler haben die Solarpanel selbst montiert.

Die Schülerinnen und Schüler haben die Solarpanel selbst montiert.

Die Schülerinnen und Schüler haben die Solarpanel selbst montiert.

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Das Schulzentrum Rebacker baute seine eigene Solaranlage auf dem Schulhausdach.

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Die Schülerinnen und Schüler wurden beim Bau von einem Fachmann unterstützt.

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Das Wetter spielte auch mit beim Bau der Solaranlage.